Hinterwälder... das Urwüchsige aus dem Schwarzwald

bodenständig
vital
fruchtbar
leichtkalbig
weidetüchtig
landschaftsgerecht

Hinterwälderzüchtertreffen

Jährliches deutsch-schweizerisches Hinterwälderzüchtertreffen dieses Mal in Deutschland

Sehr gute Beteiligung und informatives Programm auf dem Stohren/Münstertal

Am 19. Oktober 2025 fand auf dem Mutterkuhbetrieb Dagmar und Harald Riesterer, Hansemichelhof in Münstertal-Stohren das traditionelle Treffen statt. Es hatte einen sensationellen Zuspruch, 165 Anmeldungen lagen vor. Die familiäre Hofmannschaft schaffte es aber mit Bravour, die Versorgung der Teilnehmer mit Mittagessen und mit Kaffee und Kuchen zu gewährleisten. Natürlich gab es Hinterwälderfleisch in Form von Gulasch, aber auch ein vegetarisches Gericht. Aus der Schweiz waren 36 Erwachsene und drei Kinder angereist, vielen Dank für diese Reisemühen.

Kurz eine Vorstellung des Betriebes:Er wird im Nebenerwerb geführt, umfasst 55 Hektar, es werden 29Hinterwäldermutterkühe mit Ihrem Nachwuchs gehalten und ein Deckbulle, interessanter Weise ein Hinterwälder. Es wird also in Reinzucht gezüchtet. Bis 1996 wurde gemolken, 2009 wurde ein großzügiger Laufstall gebaut und seit 2010 ist der Betrieb Zuchtbetrieb. Harald Riesterer arbeitet zu 80 Prozent auf seinem gelernten Zimmermannsberuf. Dagmar ist Gott sei Dank mit Ihren noch jungen Kindern ganzzeitig zu Hause. Denn viel Einsatz ist nötig für die Direktvermarktung des Hinterwälderfleisches. Bis 2017 wurden die Tiere nur ganz oder halb und meistens an die hier ansässige Gastronomie verkauft. Heute werden etwa 20 Absetzer, zwei Kühe und vier Rinder an Direktkunden abgesetzt. Geschlachtet und zerlegt wird bei einem Metzger, der Verkauf findet auf dem Hof statt. Es gibt vakuumierte fünf und zehn Kilopakete als Mischportionen, natürlich auch Innereien und Edelstücke separat. Details dazu und über das Anmelden unter www.hansemichelhof.de.

Soweit zum Hof. Drei Stimmen von Teilnehmern sollen das Erleben des Betriebsbesuches einfangen. Antonius Wallmeyer aus Hopsten in NRW, sicher am weitesten angereist, verband das Ganze mit einen Hinterwälderzukauf. Er sagte auf die Frage, wie es ihm gefallen habe: „Super. Die Familie Riesterer hat sich viel Mühe gegeben und wir hatten tolle Gespräche mit anderen Züchtern“. Kathrin Berger, die Vorsitzende des Schweizerischen Zuchtvereins: „Es war eindrücklich“. Auf Rückfrage, was sie damit meine: „die ruhige Hinterwälderherde mit sehr schönen Tieren, die auch ganz unseren Zuchtzielvorstellungen entsprechen. Eindrücklich, was die junge Familie leistet und auch schon geleistet hat mit Bauen und Kundschaft aufbauen für die Vermarktung. Die Bewirtschaftung des Hofes, die Arbeit außer Haus und die Familie unter einen Hut zu bringen, das hat mich auch beeindruckt. Wir genossen die Gastfreundschaft und freuen uns auf ein Wiedersehen. Ein toller Tag rundum“. Hubert Schätzle, der Vorsitzende des hiesigen Hinterwälderzuchtvereins sagte: „Alles in einem war es ein sehr schönes gelungenes Treffen und man kann Familie Riesterer mit ihren zahlreichen Helfern aus dem Familienkreis ein ganz großes Lob für das bestens organisierte Fest mit leckerem Essen und bester Versorgung aussprechen. Die Informationen zum Betrieb und zur Vermarktung war von Harald und Dagmar Riesterer sehr ausführlich live und mit einer Präsentation übermittelt worden. Die Tiere, die unweit des Hofes weideten, waren durchaus alle gut bemuskelt, was sicher auch mit dem wüchsigen Jahr zusammenhängt. Es waren einige sehr schöne Bullenabsetzer dabei und auch die weiblichen sahen sehr gut aus. Es blieb auch ausreichend Zeit, um alte Kontakte zu pflegen.

Dr. Franz Maus, pensionierter Wälderviehzuchtleiter

Bildtexte, Bild 1 bis 3: Dagmar Riesterer und Natascha Wießler, Bild 4 Franz Maus

Bild 1: Groß war das Interesse der Teilnehmer, von Harald Riesterer die Herde erläutert zu bekommen.

Bild 2: Das ist ein gutes Zeichen, wenn der schon ältere Deckbulle charakterlich einwandfrei sich gegenüber seinem Besitzer Harald Riesterer verhält.

Bild 3: Prima angenommene Betiebspräsentation auf der Tenne. Alles war wunderbar herausgeputzt.

Bild 4: Hubert Schätzle erwähne die gute Bemuskelung der Tiere. Das hängt neben der guten Weidesaison dieses Jahr damit zusammen, dass Harald Riesterer, seit ich ihn kenne, die besten Tiere im Fleischansatz auf den Märkten ankauft. Das macht sich bezahlt. Auf diesem Frühjahrsmarkt war es der Spitzenbulle Benmal mit Bemukelungsnote 9, bei dem er die Tafel als letzter sinken ließ. Was ich ganz toll finde, dass er seine Frau Dagmar und ihre Kinder mit zur Versteigerung nimmt und selbstverständlich kommen sie auch aufs Foto. Anbieter war Armin Roser aus Müllheim-Britzingen-Muggardt.